DNB verkauft Beteiligungen an Dakota Access Pipeline

Der geplante Verlauf der Dakota Access Pipeline©energytransfer
Der geplante Verlauf der Dakota Access Pipeline©energytransfer

Oslo, 21. November 2016. Norwegens größte Bank DNB verkauft ihre Beteiligungen an Unternehmen, die an der im Bau befindlichen Dakota Access Pipeline in den USA beteiligt sind. Das bestätigte der Sprecher der Bank, Even Westerveld, in einem Gespräch mit der norwegischen Zeitung Aftenposten am 17. November. Hintergrund sind US-weite Protestaktionen gegen die Pipeline sowie die Forderung von Greenpeace und anderen Umwelt-Organisationen an Banken weltweit, ihre Beteiligungen aufzugeben, da die Trasse das Standing-Rock-Reservat der Sioux berührt und ökologisch empfindliche Wasserläufe überquert.

Die Pipeline soll von der erdölreichen Bakken-Formation in North Dakota nach Illinois führen. Betreiber der 3,8-Milliarden-US-Dollar-teuren-Pipeline ist das Unternehmen Energy Transfer Partners. Finanziert wird das Projekt nach Angaben des Nachrichtenzentrums Common Dreams von einem internationalen Konsortium, an dem sich 17 Banken beteiligen, neben der norwegischen DNB auch die Deutsche Bank und die Bayern LB.

DNB ist mit einer Summe von ca. drei Millionen US-Dollar (26 Millionen Kronen) am Projekt beteiligt. Beispielsweise, so erklärt Westerveld, halte der DNB Global Index eine Beteiligung von 1,7 Millionen US-Dollar an Philips 66. Der Fonds sei ein passiv verwalteter Fonds, der automatisch Beteiligungen verschiedener Unternehmen erwirbt – so auch an Unternehmen, die zum Pipeline-Projekt gehören. Darüber hinaus hat die Bank Kredite zum Bau der Pipeline in Höhe von 2,8 Milliarden Kronen gewährt, das entspricht etwa zehn Prozent der Projektkosten.

Wie Westerveld weiter mitteilt, habe die Bank eine unabhängige Überprüfung initiiert, um zu erfahren, wie die Rechte indigener Völker in diesem Prozess gewahrt werden. Auch habe die Bank einen Dialog angeboten. Für die Bank sei immer klar, dass sie nur Projekte finanziere, die den höchsten ökologischen und sozialen Standards entsprechen. Sollten die auf den Weg gebrachten Untersuchungen diesbezüglich keine befriedigenden Antworten und Ergebnisse bringen, werde man den Verkauf der Finanzierung des Projektes in Betracht ziehen. Allerdings machte Westerveld auf den Unterschied zwischen dem Verkauf einer Beteiligung und eines Kredites aufmerksam. Es sei sehr einfach, kleine Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen zu verkaufen. Der Verkauf eines Kredites sei schwieriger und dauere länger. Zuerst einmal müsse ein Käufer gefunden werden.

„Es ist großartig, dass die DNB ihre Anteile an der umstrittenen Pipeline verkauft“, sagte Martin Norman von Greenpeace Norway. „Wir erwarten nun, dass die DNB auch ihre Kredite für das Projekt unverzüglich aufkündigt.“

Es sollte im Vertrag eine Klausel sein, die sich mit der Nichteinhaltung von Menschenrechten beschäftigt. DNB sollte diese nutzen, um ihr Geld zurückzuerhalten und ihr Engagement in der Dakota Access Pipeline zu beenden, empfahl Lilian Molina, Sprecherin von Greenpeace USA. Wenn es eine solche Klausel nicht gebe, müsste die Bank akzeptieren, dass sie einen schlechten Vertrag abgeschlossen hat und die Verluste hinnehmen.

Wie die Umweltorganisation EcoWatch am 25. November mitteilte, hat auch der Fonds Odin Fund Management, einer der führenden Vermögensverwalter in Norwegen, seine Beteiligung von 243 Millionen NOK, etwa 23,8 Millionen US-Dollar, an Marathon Petroleum verkauft, einem Unternehmen, das an der Dakota Access Pipeline beteiligt ist.

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