Rating-Agentur Fitch bestätigt Spitzenbonität für Norwegen

London, 29. September 2017. Die Ratingagentur Fitch hat das AAA-Rating für Norwegen bestätigt. Der Ausblick ist jeweils stabil. Norwegens Top-Rating spiegele die stabilen Aussichten, die Leistungsbilanzüberschüsse, die Position als Auslandsgläubiger, die Regierungsführung sowie die hohen Pro-Kopf-Einkommen wider. Zudem gewinne die Konjunktur in Norwegen nach zwei schwächeren Jahren in Folge des niedrigen Ölpreises wieder an Dynamik,

Wie Fitch schreibt, wuchs die Festlandwirtschaft im ersten Halbjahr 2017 um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, unterstützt durch einen starken Aufschwung der Erdölinvestitionen und einen robusten privaten Konsum, der durch ein erneutes Beschäftigungswachstum angetrieben wurde. Fitch prognostiziert, dass das BIP-Wachstum des Festlandes im Jahr 2017 1,9 Prozent und im Jahr 2018 und 2019 rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr beträgt, angetrieben durch eine breit angelegte Erholung im Nicht-Ölsektor.

Die Inflation hat sich seit dem zweiten Halbjahr 2016 aufgrund der Abwertung der Norwegischen Krone und des niedrigeren Lohnwachstums moderat entwickelt und fiel von 3,8 Prozent zum Jahresende 2016 auf 1,3 Prozent im August 2017. Die norwegische Zentralbank Norges Bank hielt ihren Leitzins im September unverändert bei 0,5 Prozent und prophezeite einen schrittweisen Anstieg im Jahr 2019, je nachdem, wie sich die Wirtschaft erholt und die Kapazitätsauslastung verbessert.

Die derzeitige steuerliche Praxis bleibt 2017 mit einer Fiskalstimulierung von 0,5 Prozent des Festland-BIP weiter auf Expansion gerichtet. Der Überschuss im Staatshaushalt fiel im Jahr 2016 auf vier Prozent des BIP (2015: 6,0 Prozent) und wird nach Fitch mit drei Prozent des BIP im Jahr 2017 voraussichtlich stabil bleiben. Eine umsichtige Steuerpolitik bleibe eine wichtige Ratingstärke.

Von der neuen Mitte-Rechts-Regierung erwartet FItch, dass die politische Kontinuität mit den wichtigsten Punkten auf der Tagesordnung einschließlich Steuersenkungen und Reformen, verstärkte Investitionen in Infrastruktur und Forschung sowie eine strenge Einwanderungspolitik beibehalten wird.

Die inflationäre Entwicklung bei den Wohnimmobilien verlangsamt sich, unterstützt durch strengere Kreditvergabe-Standards und ein besseres Hausangebot. Die saisonbereinigte monatliche Preisentwicklung betrug zu Beginn des Jahres nahezu null oder war sogar negativ.

Hohe und überbewertete Immobilienpreise zusammen mit einem hohen Bestand an Haushaltsschulden – zum Jahresende betrugen sie etwa 236 Prozent des verfügbaren Einkommens –  sowie schnelles Kreditwachstum sind nach Auffassung der Fitch-Analysten latente Risiken für den Staat.

Insgesamt bestätigte Fitch folgende Ratings:

Long-Term Foreign-Currency IDR: ‚AAA‘; Outlook Stable
Long-Term Local-Currency IDR: ‚AAA‘; Outlook Stable
Short-Term Foreign-Currency IDR: ‚F1+‘
Short-Term Local-Currency IDR: ‚F1+‘
Country Ceiling: ‚AAA‘
Issue ratings on long-term senior-unsecured local-currency bonds: at ‚AAA‘

 

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