Richtfest beim NordLink-Umspannwerk in Wilster

Das Gleichstromsystem NordLink hat eine Gesamtlänge von 623 Kilometern©TenneT
Das Gleichstromsystem NordLink hat eine Gesamtlänge von 623 Kilometern©TenneT

Wilster/Bayreuth, 6. Oktober 2017. Nachdem vor zwei Monaten das Hochspannungskabel NordLink im Vollesfjord in Norwegen zu Wasser gelassen wurde, feierte man nun als sichtbares Zeichen des Fortschritts des NordLink-Projektes am 6. Oktober Richtfest im Umspannwerk Wilster im Kreis Steinburg in Deutschland.

Das „grüne Kabel“ zwischen Deutschland und Norwegen sei ein Leuchtturmprojekt der Energiewende, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers TenneT. Deutschland verfolge bei Energiemix und CO2-Reduktion große Ziele und wolle den Anteil der Erneuerbaren von derzeit rund 33 Prozent auf bis zu 60 Prozent im Jahr 2035 steigern – und sogar auf mindestens 80 Prozent bis 2050. Das zeige, welche wichtige Rolle NordLink dabei einnehmen werde.

„Mit NordLink wird die Energiewende europäisch. Das ist ein Muss: Wir können die Klimaziele nur erreichen, wenn wir über die eigenen Grenzen hinaus denken“, erklärte Robert Habeck, stellvertretender Ministerpräsident Schleswig-Holsteins und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung. Der Interkonnektor werde die Versorgungssicherheit in beiden Ländern erhöhen und Engpässen im deutschen Übertragungsnetz entgegenwirken.

Mit NordLink entsteht eines der längsten Systeme zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) der Welt. Das Gleichstromsystem NordLink hat eine Gesamtlänge von 623 Kilometern und ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Die Verlegung der ersten 134 Kilometer Seekabel ist Anfang August vom südnorwegischen Vollesfjord aus bis zur Grenze der dänischen Hoheitsgewässer ausgeführt worden. Auf deutscher Seite wurden zur selben Zeit die Leerrohre für das Kabel unter dem Landesschutzdeich bei Büsum (Schleswig-Holstein) eingezogen. Vom dänischen Nordseebereich aus werden ab 2018 weitere 228 Kilometer bis zur Grenze der deutschen Hoheitsgewässer verlegt. Weitere 154 Kabelkilometer kommen ab Sommer 2018 von der Küste bei Büsum aus, im Wattenmeer beginnend, hinzu. Auf hoher See werden die Kabelenden der einzelnen Abschnitte zusammengefügt. An das insgesamt 516 Kilometer lange Seekabel wird auf deutscher Seite im nächsten Jahr ein 54 Kilometer langes Erdkabel vom Anlandungspunkt Büsum bis zur Konverterstation Wilster angefügt. Auf norwegischer Seite ist die 53 Kilometer lange Freileitung vom Anlandungspunkt Vollesfjord bis nach Tonstad bereits in Bau. Die Konvertergebäude in Tonstad sind weitgehend fertiggestellt.

In den Konverterstationen wird der übertragene Gleichstrom später jeweils in Drehstrom umgewandelt und an das norwegische bzw. deutsche Hochspannungsnetz angeschlossen. NordLink hat eine Kapazität von 1.400 Megawatt (MW). Damit liegt seine Kapazität deutlich über der eines großen konventionellen Kraftwerks.

Direkt neben dem Umspannwerk schreitet auf der benachbarten Baustelle der Ersatzneubau des TenneT-Umspannwerks Wilster West zügig voran, das zu einem Knotenpunkt für mehrere Leitungen und Netzverknüpfungen ausgebaut wird. Dazu zählen auch die Anbindungen von NordLink und SuedLink. Die vorhandene 380-Kilovolt-Schaltanlage kann jedoch die Anforderungen als zentraler Punkt und Drehkreuz nicht abdecken. Ihre Leistung reicht aufgrund der notwendigen Anzahl neuer Schaltfelder, zur Vermeidung unzulässiger Lastflüsse und der zukünftig geforderten Kurzschlussfestigkeit nicht für den geplanten Anschluss von NordLink und SuedLink aus. Deshalb ist ein Ersatzneubau der 380-kV-Schaltanlage am Standort der bestehenden Schaltanlage notwendig. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 geplant.

„Vor diesem Hintergrund ist der Raum Wilster ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt für die Energiewende, da durch die Anbindung von NordLink und SuedLink an das Umspannwerk Wilster West der Energietransport aus dem windreichen Norden über mehrere Hundert Kilometer in den verbrauchsstarken Süden beziehungsweise nach Norwegen erfolgen kann. Dies schafft die Grundlage für eine sichere und ökoeffiziente Stromversorgung“, so Hartman weiter

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