Frauentag in den Nordischen Botschaften: Diskussion zur Digitalisierung

V.l.: Catarina Specht (Moderatorin), Dorte Toft, Kopenhagen, Programmiererin und Autorin mit dem Schwerpunkt Technologie und IT, und Tijen Onaran, Gründerin der Plattform “Global Digital Women” diskutieren in den Nordischen Botschaften zum Thema "Frauen in der IT-Branche".©BPN
V.l.: Catarina Specht (Moderatorin), Dorte Toft, Kopenhagen, Programmiererin und Autorin mit dem Schwerpunkt Technologie und IT, und Tijen Onaran, Gründerin der Plattform “Global Digital Women”, diskutierten in den Nordischen Botschaften das Thema „Frauen in der IT-Branche“.©BPN

Berlin, 8. März 2018. Über Frauen in der IT-Branche diskutierten am 8. März Tijen Onaran, Berlin, Gründerin der Plattform “Global Digital Women”, und Dorte Toft, Kopenhagen, Programmiererin und Autorin mit dem Schwerpunkt Technologie und IT in den Nordischen Botschaften in Berlin. Eingeladen hatten die Botschafter Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens anlässlich des Internationalen Frauentages.

In ihrer Videobotschaft stellte Karen Ellemann, dänische Ministerin für Gleichstellung, Dänemark als führendes Land sowohl bei der Gleichstellung der Geschlechter als auch im Bereich Digitalisierung vor. Wenn Frauen nicht am Prozess der Digitalisierung teilhaben, würden sie Karrierechancen verlieren, da die Zukunft digital sei, erklärte Ellemann. Die Herausforderung bestünde heute darin, mehr Frauen zu einem technischen Studium zu bewegen und in der IT-Branche wie in anderen Industrien auch eine Balance zwischen Männern und Frauen als Mitarbeiter herzustellen. Manche Ingenieur-Studiengänge seien heute bis zu 70 bis 100 Prozent mit Männern belegt. Gleichzeitig sei jetzt schon vorauszusehen, dass Dänemark bis 2030 19.000 IT-Spezialisten brauche. Als Erfolgsgeschichte bezeichnete Ellemann das Wachstums des Anteils weiblicher Studenten an der Dänischen IT-Universität in Kopenhagen von 12 Prozent im Jahr 2016 auf 22 Prozent im vergangenen Jahr. Dies sei durch eine Änderung in der Informationsmaterialien zum Studium und eine detailliertere Ansprache der Schulabsolventen erreicht worden. 

In der Diskussionsrunde trafen unterschiedliche Meinungen aufeinander, wie Frauen mehr am Digitalisierungsprozess teilhaben könnten. Während Tijen Onaran ein stärkeres Selbstbewusstsein der Frauen sowie eine bessere Selbstvermarktung als Weg in die IT-Branche sieht, geht Dorte Toft davon aus, dass logisches Denken eine Voraussetzung dazu sei. Außerdem müsse man die Ursachen erkunden, warum Frauen, je reicher das Land ist, in dem sie leben, und je mehr Bildungsmöglichkeiten sie haben, umso stärker in stereotype Rollenbilder verfallen. Besonders an der Entwicklung künstlicher Intelligenz müssten Frauen stärker beteiligt sein, um im Berufsleben nicht abgehängt zu werden.

Fakten zur Gleichstellung in Norwegen
–Anteil der Frauen in der Regierung: 50 Prozent
–Anteil der Frauen im Parlament: 41,4 Prozent
–Anteil der Frauen im Top-Management: 38 Prozent
–Anteil dervder Managerinnen im öffentlichen Sektor: 60 Prozent
–Anteil der der Managerinnen im staatlichen Sektor: 56 Prozent
–Anteil der der Managerinnen im privaten Sektor: 31 Prozent
–Anteil der Frauen an den Professuren: 28 Prozent
–Anteil der Frauen an den Stipendien: 53 Prozent
–Anteil der Frauen an den Hochschulabschlüssen: 61,2 Prozent
–Anteil der berufstätigen Frauen: 77 Prozent (25-66 Jahre) (Männer 79 Prozent)
–Anteil der Frauen an den Beschäftigen insgesamt: 47,4 Prozent
Gehälter
– 86,1 Prozent der Gehälter der Männer
Wahlrecht für Frauen
– seit 1913

Quelle SSB, Nordische Botschaften

 

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