SMM: Elektrofähre “Future of the Fjords” ist “Schiff des Jahres 2018”

V.l.: Botschafter Petter Ølberg überreichte die Auszeichnung an Tor Øyvin Aa, CEO der Brødrene Aa und André Sandvik, CEO der Reederei The Fjords.@BPN
V.l.: Botschafter Petter Ølberg überreichte die Auszeichnung an Tor Øyvin Aa, CEO der Brødrene Aa, und André Sandvik, CEO der Reederei The Fjords.@BPN

Hamburg, 4. September 2018. Die Elektrofähre “Future of the Fjords” wurde auf der diesjährigen Schiffbaumesse SMM in Hamburg als das “Ship of the year 2018” ausgezeichnet. Zwei Jahre zuvor erhielt das Schwesterschiff des Katamarans, die “Vision of the Fjords”, diese Auszeichnung. Petter Ølberg, Norwegens Botschafter in Deutschland, übergab den Preis an Tor Øyvin Aa, CEO der Brødrene Aa, und André Sandvik, CEO der Reederei The Fjords DA. Die preisgekrönten Fähren wurde auf der Werft Brødrene Aa gebaut, The Fjords ist Eigentümer und Betreiber des Katamarans.

In diesem Jahr hätten sich die Leser des norwegischen Magazins SKIPSREVYEN, das den Preis vergibt, in einer Umfrage für eine echte Neuheit entschieden – eine vollständig elektrisch angetriebene Fähre, erklärte Chefredakteur Gustav-Erik Blaalid. Die Tatsache, dass die Zeit gekommen sei, da Schiffe ohne den Ausstoß von Emissionen in die zum UNESCO-Kulturerbe gehörenden Fjorde fahren, habe wohl den Ausschlag für die Wahl gegeben.

“Future of the Fjords” ist das zweite Schiff in der Seasight-Design-Serie der Werft Brødrene Aa. Während “Vision of the Fjords” als Plug-in-Hybrid-Fähre gebaut wurde, ist “Future of the Fjords” ein völlig emissionsfreies, ausschließlich elektrisch betriebenes Passagierschiff. In einem innovativen Verfahren wird das Schiff von einer einzigartigen schwimmenden Power-Dock-Batteriestation in nur 20 Minuten geladen. Dort werden auch Verbrauchsmaterial, Treibstoff für Schwesterschiffe und Schmutzwasser für die Behandlung an Land ausgeladen.

Die “Future of the Fjords” ist 42 Meter lange und hat einen Rumpf aus Kohlefaser. Das Schiff bietet Platz für 400 Personen. Jährlich werden 700 Rundfahrten entlang der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Fjordroute zwischen Flåm und Gudvangen angeboten. 

“Wir sind sehr stolz  auf diese Auszeichnung und sind uns dessen bewusst, was es für uns, unsere Gesellschafter und die Transportindustrie insgesamt bedeutet”, sagte Sandvik zur Preisverleihung. Beide Schiffe seien entwickelt worden, um die einmalige Landschaft Norwegens, die zum UNESCO-Kulturerbe zählt, zu zeigen und zu schützen. Während das Schiff “Vision of the Fjords” der Start der Reise in die Zukunft  markiert hätte, würde sich mit dem Null-Emissionsschiff “Future of the Fjords” nun ein Traum erfüllen.

Nicht nur das Schiff – auch das Power-Dock ist revolutionär.©The Fjords
Nicht nur das Schiff – auch das Power-Dock ist revolutionär.©The Fjords

Sandvik geht davon aus, dass für die Auszeichnung nicht nur das Schiff selbst eine Rolle spielte, sondern auch die Lösung, die für das Aufladen der Fähre gefunden wurde. Ursprünglich sei im Hafen Gudvangen nur eine Kapazität von 1,2 MWh verfügbar gewesen, die Hälfte dessen, was die Fähre benötigt. Gemeinsam mit der Werft und einigen Partnern habe man dann die Idee gehabt, eine schwimmende, 40 Meter lange Ladestation mit einer Kapazität von 2,4 MWh im Hafen zu stationieren. Man gehe davon aus, dass die schwimmende Ladestation auch an Land genutzt werden kann. Überall, wo es eine elektrische Fähre in abgelegenen ländlichen Gegenden mit begrenzter Stromkapazität gebe, könnten Power-Docks auch für Autor, Busse oder andere Transportmittel genutzt werden. “Wir glauben, dass diese Entwicklung über den ganzen Globus schwappen kann.“  Es sei großartig, dass beispielsweise auch die Jurymitglieder dieses Potenzial erkannt hätten. „Insofern ist dieses Projekt, ist dieser Preis mehr als nur ein Schiff, es ist die Zukunft”, sagte Sandvik.

Werftchef Tor Oyvin Aa wies darauf hin, dass es bei neuen Projekten, die Grenzen durchbrechen, vor allem auch wichtig sei, Abnehmer dafür zu finden. Nur, wenn es mutige Reedereien wie The Fjords gebe, die bereit sind, in neue Entwicklungen zu investieren, könnten Innovationen entstehen. Die Batterieentwicklung würde ständig Fortschritte machen, so dass die Ladekapazitäten immer größter würden. Das werde es Elektroschiffen ermöglichen, immer weitere Strecken zu bewältigen und mehr Last aufzunehmen.

An dem Projekt waren die Unternehmen Flam AS und Fjord1 ASA als Eigentümer sowie Westcon, Servogear AS, Aurland Harbour KF als Zulieferer, Enova als Geldgeber und der Energiezulieferer Aurland Energiverk beteiligt.

Für das Design erhielt das Schiff im vergangenen Jahr den Universal Design Transport Award 2017 sowie den Innovation-Preis des Norwegian Center for Design and Architecture (DOGA)s.

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