Das Potenzial wird überraschen Autonome Schifffahrt im Focus des ersten German Norwegian Ocean Forums in Hamburg

Torun Degnes, Petter Ølberg, Manuel Kliese, Birgit Løyland, Reinhard Klingen
V.l.: Torun Degnes, Cluster SAMS – Sustainable Autonomous Mobility Systems, Botschafter Petter Ølberg, Manuel Kliese, Innovation Norway, Birgit Løyland, Norwegisches Ministerium für Industrie und Handel, Reinhard Klinge, Bundesministerium für Transport und Digitalisierung©Innovation Norway

Hamburg, 5. Dezember 2018. Die autonome Schifffahrt stand im Focus des ersten German Norwegian Ocean Forums (GNOF), das am 4. Dezember im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg stattfand. Eingeladen hatten Innovation Norway und die Königlich Norwegische Botschaft in Berlin.

“Nachdem wir gemeinsam mit der norwegischen Botschaft in Berlin das German Norwegian Energy Forum etabliert haben, lag es nahe, einen weiteren Schwerpunkt der deutsch-norwegischen Kooperation mit einer Konferenz zu begleiten”, erklärt Tim Genge, Market Advisor bei Innovation Norway und Koordinator des GNOF. “Unser Ziel ist es, die norwegischen Akteure auf die Möglichkeiten des maritimen Marktes in Deutschland und umgekehrt aufmerksam zu machen und eine Netzwerkplattform für Vertreter beider Länder zu schaffen.”

Die autonome Schifffahrt sei ein neues Thema, mit dem sich die Schiffseigner und Logistikunternehmen beschäftigen müssten, so Genge gegenüber BusinessPortal Norwegen. Insofern habe es nahegelegen, das erste Deutsch-Norwegische Ocean Forum dieser Technologie zu widmen.

Nach der Begrüßung der etwa 50 Teilnehmer durch Petter Ølberg, Botschafter Norwegens in Deutschland, stellte Torun Degner, Managerin des norwegischen Clusters SAMS – Sustainable Autonomous Mobility Systems, die Arbeit des Clusters vor. Das Cluster hat 20 Mitgliedsunternehmen, die rund um den Oslofjord angesiedelt sind. Größtes Unternehmen ist Kongsberg Maritime.

Are Jørgensen, Project Manager, Autonomous and remotely operated Ships, beim Zertifizierungs- und Klassifizierungsunternehmen DNV GL, berichtete über den Stand der Entwicklung eines Regelwerkes rund um die autonome Schifffahrt. DNV GL habe von Anfang an den Prozess der Entwicklung selbstfahrender Schiffe begleitet, erklärte Jørgensen. Dies sei ein großer Vorteil für die Klassifizierung sowie die Ausarbeitung der entsprechenden Standards und Regularien.

Michael B Lehfeldt, Senior Advisor HESQ, Yara Birkeland, sprach über den aktuellen Stand des Baus des ersten selbstfahrenden Containerschiffs Yara Birkeland.

Max Johns, COO der German Shipowners ’Association, hob das große Potenzial der autonomen Schifffahrt hervor. “Sie kann die Schifffahrt sicherer und umweltfreundlicher machen und Menschen insbesondere von repetitiven und gefährlichen Jobs entlasten”, so Johns gegenüber BusinessPortal Norwegen. Allerdings sei die Technologie derzeit eine Vision. Sie setze sich durch, wenn es für Reeder und Hersteller einen Business Case gibt. Das sei bei den jetzigen Prototypen natürlich nicht der Fall. Auch sei es unwahrscheinlich, dass autonome Schiffe 1:1 Schiffe auf Handelsrouten ersetzen, die heute gefahren werden. Ein Teil des Potenzials wird überraschend sein, also wirklich disruptiv, glaubt Johns.

“Deutsche Reeder haben schon immer ein hohes technologisches Interesse bewiesen und eine besonders junge Flotte unterhalten. Sie beobachten die Entwicklungen sehr genau und werden sicher früh handeln. Aber Reeder sind Unternehmer und daher pragmatisch. Eine Investition muss sich lohnen – Reedereien sind keine Forschungsinstitute”, sagt Johns.

Sebastian Singer, R&D, Voith Turbo Schneider Propulsion, präsentierte das Projekt “FernSAMS”, das sich mit dem Einsatz ferngesteuerter Schlepper bei An- und Ablegemanövern großer Schiffe beschäftigt. Das Technologieunternehmen Voith ist Koordinator des Projektes, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Hans-Christoph Burmeister, Fraunhofer CML, und Ørnulf Jan Rødseth, SINTEF OCEAN, berichteten über ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Einführung autonomer Systeme in die maritime Wirtschaft. (Lesen Sie hier das Interview mit Hans-Christoph Burmeister.)

“Auf der Konferenz wurde deutlich, dass alle Akteure ein großes Potenzial in der autonomen Schifffahrt sehen,. Aber es ist noch ein langer Weg bis zum Einsatz im großen Maßstab”, resümierte Tim Genge. Aber ein Anfang sei gemacht. “Vor allem der küstennahe Verkehr und die Binnenschifffahrt werden beim Einsatz autonomer System vorangehen.” Wie Genge betonte, sei das German Norwegian Ocean Forum ein großer Erfolg gewesen und werde fortgesetzt.

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Kontakt:
Tim Genge, Innovation Norway
Tel.: +49 40 22941510
Mobil: +49 151 14144854
tim.genge@innovationnorway.no

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